Tarifbindung
Dem Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen zufolge gab es im Jahr 2024 etwa 5.910 Betriebe, die der M+E-Industrie zuzuordnen sind. Die Mitgliederbewegung von METALL NRW für das Jahr 2024 zeigt, dass am Ende 2024 1.839 Betriebe in einem der Metallarbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen Mitglied waren. Davon waren 48 Prozent tarifgebunden, während 50 Prozent ohne Tarifbindung tätig waren.
Dem Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen zufolge gab es im Jahr 2024 etwa 685.799 Beschäftigte, die sich der M+E-Industrie zuordnen ließen. Laut der Mitgliederbewegung von METALL NRW gehörten am Ende 2024 etwa 385.000 Beschäftigte Betrieben an, die Mitglied in einem der Metallarbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen waren. Davon arbeiteten 78 Prozent in tarifgebundenen Betrieben, während 22 Prozent in Betrieben ohne Tarifbindung beschäftigt waren.
In Nordrhein-Westfalen zeigt die Struktur der Betriebe und Beschäftigten, dass sowohl bei den Betrieben als auch bei den Beschäftigten tarifgebundene Unternehmen überwiegen – eine Besonderheit im Vergleich zur gesamten M+E-Industrie in Deutschland, wo zwar die Beschäftigten mehrheitlich tarifgebunden sind, aber die Betriebe ohne Tarifbindung zahlenmäßig stärker vertreten sind.
Die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen ist stark klein- und mittelständisch geprägt. Die Verteilung der Mitgliedsbetriebe nach Betriebsgrößenklassen zeigt, dass etwa 59 Prozent aller Betriebe weniger als 100 Mitarbeitern beschäftigen. Bei den tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen liegt dieser Anteil bei etwa 45 Prozent. Bei den Betrieben ohne Tarifbindung (oT) liegt dieser Anteil mit 74 Prozent deutlich höher. Die Zahlen verdeutlichen einen klaren Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Tarifbindung: Je kleiner ein Betrieb, desto wahrscheinlicher ist er ohne Tarifbindung. Je größer ein Betrieb, desto wahrscheinlicher ist er tarifgebunden.
Die Beschäftigtenverteilung zeigt ein anderes Bild als die Betriebsverteilung: Nur 10 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in Mitgliedsbetrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern. Bei den tarifgebundenen Mitgliedsbetrieben liegt dieser Anteil bei etwa 5 Prozent. Bei den Betrieben ohne Tarifbindung (oT) liegt dieser Anteil bei 28 Prozent.
Hingegen sind etwa 38 Prozent aller Beschäftigten in Mitgliedsbetrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten tätig. Bei den tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen liegt dieser Anteil bei etwa 45 Prozent. Bei den Betrieben ohne Tarifbindung (oT) liegt dieser Anteil mit 10 Prozent deutlich niedriger.
Zusammenfassung: Etwa 95 Prozent der tarifgebundenen M+E-Beschäftigten sind bei den Betrieben mit mehr als 100 Mitarbeitern tätig. Die größeren Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern sind damit nicht nur häufiger tarifgebunden, sondern stellen auch den größten Teil der tarifgebundenen Arbeitsplätze. Mehr als die Hälfte der M+E-Betriebe in Nordrhein-Westfalen beschäftigt hingegen weniger als 100 Mitarbeiter pro Betrieb. Diese kleineren Betriebe sind zwar zahlreich, bieten insgesamt jedoch deutlich weniger Beschäftigung und seltener tarifgebundene Arbeitsplätze.

