M+E Datensammlung
Hier finden Sie weitere Informationen und Kennzahlen zur Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen:
Beschäftigung fällt auf langjährigen Tiefstand zurück
Im Jahr 2025 waren etwa 663.000 Menschen in der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie tätig. Das Beschäftigungsniveau liegt damit deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019, als mehr als 730.000 Personen in der Branche tätig waren. Durch die anhaltende strukturelle Krise nähert sich das Beschäftigungsniveau dem Tiefstand aus dem Jahr 2010 an. Damals sank die Beschäftigtenzahl der M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf etwa 657.000.
Maschinenbau und Metallerzeugnisse prägen die Branchenstruktur
Die Beschäftigung in der M+E-Industrie verteilt sich auf mehrere große Teilbranchen. Die größte Branche in Nordrhein-Westfalen ist der Maschinenbau: Im Jahr 2025 arbeiteten hier etwa 32 Prozent der Beschäftigten. Es folgen die Hersteller von Metallerzeugnissen mit etwa 27 Prozent der Beschäftigten. Weitere 21 Prozent waren in der Herstellung elektrischer Ausrüstungen tätig. In der Automobilindustrie, also in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, arbeiteten rund 10 Prozent der Beschäftigten. Gießereien bilden mit etwa 8 Prozent einen weiteren wichtigen Teilbereich. Die kleinste Branche innerhalb der M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen ist der Sonstige Fahrzeugbau, der etwa 2 Prozent der Beschäftigten umfasst.
Anzahl der Betriebe nach Branche
Bei der Anzahl der Betriebe ist die Herstellung von Metallerzeugnissen die größte Teilbranche der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie. Etwa 42 Prozent der Betriebe sind diesem Bereich zuzuordnen. Dazu zählen unter anderem Betriebe des Stahl- und Leichtmetallbaus sowie Hersteller von Werkzeugen und Press-, Zieh- und Stanzteilen. Es folgt der Maschinenbau mit einem Anteil von etwa 30 Prozent. Diese Branche umfasst Hersteller von Maschinen und Anlagen für unterschiedliche industrielle Anwendungen. Der Sonstige Fahrzeugbau ist mit einem Anteil von etwa 1 Prozent die kleinste M+E-Branche in Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Bereich zählen unter anderem der Schiff- und Bootsbau, der Schienenfahrzeugbau sowie Teile der Luft- und Raumfahrtindustrie. Ein Vergleich mit der Beschäftigtenstruktur zeigt, dass die Herstellung von Metallerzeugnissen einen deutlich höheren Anteil an den Betrieben (42%) als an den Beschäftigten (27%) aufweist. Diese Branche ist von kleineren und mittleren Betrieben geprägt.
Umsatz nach Branche
Der Maschinenbau erzielt mit etwa 30 Prozent den größten Anteil des Gesamtumsatzes und spielt eine zentrale Rolle in der M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen. Vergleicht man die Umsatzanteile der Automobilindustrie mit 19 Prozent mit Beschäftigten- (10%) und Betriebsstruktur (4%), wird deutlich, dass diese Branche einen hohen Umsatz pro Beschäftigten erzielt, was auf eine kapitalintensive Struktur hinweist. Die Metallerzeugnisse sind zwar mit 42 Prozent zahlenmäßig stärker bei den Betrieben vertreten, aber der Umsatzanteil liegt mit etwa 19 Prozent deutlich darunter – ein Hinweis auf eine kleinteiligere und arbeitsintensivere Struktur.
Tarifgebundene Betriebe stellen den Großteil der Arbeitsplätze
Nach der amtlichen Statistik gab es 2025 in Nordrhein-Westfalen 5.842 M+E-Betriebe. In der hier verwendeten Abgrenzung waren 1.816 Betriebe Mitglied in einem Metallarbeitgeberverband. Davon waren 942 Betriebe bzw. 51,9% tarifgebunden und 874 Betriebe bzw. 48,1% ohne Tarifbindung. Der Organisationsgrad (Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband) lag damit bei 31,1%.
Insgesamt waren 2025 rund 663.000 Menschen in der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie beschäftigt. Davon arbeiteten rund 373.000 in den hier erfassten Mitgliedsbetrieben. 77,8% dieser Beschäftigten waren in tarifgebundenen Betrieben tätig, 22,2% in Betrieben ohne Tarifbindung.
In Nordrhein-Westfalen überwiegen innerhalb der Verbandsmitgliedschaft sowohl bei den Betrieben als auch bei den Beschäftigten die tarifgebundenen Unternehmen. Von den 1.816 Mitgliedsbetrieben waren 2025 rund 52% tarifgebunden; auf sie entfielen rund 78% der Beschäftigten.
Dies unterscheidet NRW vom Bundesdurchschnitt: Bundesweit gibt es deutlich mehr oT-Mitgliedsfirmen als tarifgebundene Mitgliedsfirmen.
Mitgliedsstruktur ist stark klein- und mittelständisch geprägt
Die erste Abbildung zeigt die Verteilung der M+E-Mitgliedsbetriebe in Nordrhein-Westfalen nach Betriebsgrößenklassen und Tarifbindung. Die zweite Abbildung zeigt die entsprechende Verteilung der Beschäftigten in den M+E-Mitgliedsbetrieben.
Die Mitgliedschaft in NRW ist klein- und mittelständisch geprägt. Rund 60% der Mitgliedsbetriebe haben weniger als 100 Beschäftigte und rund 91% weniger als 500 Beschäftigte. Nur rund 9% der Mitgliedsbetriebe beschäftigen mindestens 500 Personen. Der überwiegende Teil dieser größeren Betriebe ist tarifgebunden, während oT-Betriebe vor allem in den kleineren Betriebsgrößenklassen vertreten sind. Insgesamt ist die Landschaft der M+E-Mitgliedsbetriebe in NRW damit kleinteilig strukturiert.
Bei der Beschäftigtenverteilung zeigt sich ein anderes Bild. Nur rund 11% aller Beschäftigten arbeiten in Mitgliedsbetrieben mit weniger als 100 Beschäftigten. Dagegen sind rund 55% in Betrieben mit mindestens 500 Beschäftigten tätig. Allein auf Betriebe mit mindestens 1.000 Beschäftigten entfallen rund 37% aller Beschäftigten.
Die Beschäftigung in den größeren Betriebsgrößenklassen entfällt überwiegend auf tarifgebundene Betriebe. Auf tarifgebundene Betriebe mit mindestens 500 Beschäftigten entfallen rund 51% aller Beschäftigten, auf entsprechende oT-Betriebe lediglich rund 5%.
Die beiden Abbildungen zeigen somit: Die klein- und mittelständische Struktur ist ein prägendes Merkmal der M+E-Mitgliedschaft in NRW. Gleichzeitig konzentriert sich ein großer Teil der Beschäftigung und insbesondere der tarifgebundenen Arbeitsplätze auf größere Betriebe.







