NRW-Metallarbeitgeber bezeichnen Warnstreikwelle der IG Metall als “unnötige Belastung der Tarifrunde“

Hauptgeschäftsführer Pöttering: „Es wäre gut, wenn sich die Gewerkschaft jetzt am Verhandlungstisch statt auf der Straße bewegt“

/ Tarifrunde 2026

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die IG Metall davor gewarnt, die ohnehin schon schwierige Tarifrunde 2026 mit überzogenen Warnstreiks zusätzlich zu belasten. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Johannes Pöttering, erklärte am Mittwoch in Düsseldorf, angesichts der sehr ernsten wirtschaftlichen Lage müsse jetzt alles getan werden, um die angespannte Situation in den Unternehmen möglichst zu beruhigen. Die aktuelle Warnstreikwelle sei ganz sicher das völlig falsche Zeichen, das weder der schlechten Wirtschaftslage noch dem Angebot der Metallarbeitgeber gerecht würde. Das bewusst schon in der frühen Phase der Tarifrunde vorgelegte Angebot bezeichnete Pöttering als Signal an die IG Metall, in einer extrem schwierigen Tarifrunde bereits Hinweise für ein tragfähiges Ergebnis zu geben. Klar sei, dass die Betriebe angesichts des immensen Wettbewerbs- und Kostendrucks unbedingt eine tarifpolitische Atem-pause benötigten.


Die Metall- und Elektroindustrie befinde sich in der längsten und schwersten Krise der Nachkriegszeit. Auch die Gewerkschaft wisse, dass die Unternehmen unter einem massiven Wettbewerbsdruck stünden. „Alles, was unsere Betriebe in dieser Lage zusätzlich belastet, verändert die Kosten-Relation zur ausländischen Konkurrenz“, sagte Pöttering. Das Arbeitgeber-Angebot beinhalte Elemente, die dieser angespannten Situation Rechnung trügen. Die schwierigen Verhandlungen erforderten jetzt eine Fort-setzung der bislang sachlichen Atmosphäre, die aber unter dem Einfluss massiver Warnstreiks deutlich schwerer zu realisieren sei. „Es wäre daher gut, wenn die IG Metall in der nächsten Verhandlung am 9. November Bewegung am Verhandlungstisch und nicht nur auf der Straße zeigen würde“, erklärte Pöttering.


Die Metallarbeitgeber bekräftigten ihr Ziel, mit der IG Metall auf der Grundlage des in der 2. Tarifverhandlung vorgelegten Angebots zügig zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen. „Wir haben kein Interesse an einer tarifpolitischen Hängepartie“, so Pöttering. Er warnte die IG Metall, mit übermäßigen Warnstreik-Aktionen unrealistische Erwartungen bei ihren Mitgliedern zu schüren, die sich in dieser schwierigen Wirtschaftslage schlicht nicht erfüllen ließen. Auch die Beschäftigten erlebten vorort Auftragseinbußen, Produktionseinbrüche und vielerorts auch spürbaren Personalabbau.

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