Metall im Trend (NRW), Ausgabe Oktober 2026

Die strukturelle Krise der deutschen Wirtschaft setzt die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen weiterhin unter Druck

/ M+E-Konjunktur

Die strukturelle Krise der deutschen Wirtschaft setzt die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen weiterhin unter Druck. Im August 2026 sank die Produktion in der M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit lag das aktuelle Produktionsniveau etwa 31 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018. Von Januar bis August 2026 verzeichneten nur eine der 7 ausgewiesenen Industriebranchen in NRW – die staatsnahe Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ – eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Thema I).

 

Die M+E-Auftragseingänge in NRW lagen im August 2026 um 2,1 Prozent über dem Vorjahresmonat (Inland: +12,5 Prozent, Ausland: -6,4 Prozent). Die Auslandsaufträge gingen zurück, während die Inlandsaufträge stiegen. Staatliche Großaufträge prägen die bundesweite Auftragsentwicklung, insbesondere im Sonstigen Fahrzeugbau. Eine breit getragene Erholung lässt sich daraus noch nicht ableiten. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag im August bei 6,6 Monaten (Thema II).

 

Der Monatsumsatz der M+E-Industrie in NRW belief sich im August 2026 auf nominal 12,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg er um 4,1 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz lag von Januar bis August 2026 bei 14,0 Milliarden Euro und damit trotz des seit 2022 gestiegenen Preisniveaus unter den Jahresdurchschnitten von 2022 bis 2025 (Thema III).

 

Der Beschäftigungsabbau setzt sich fort. Im August 2026 lag die Zahl der Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen M+E-Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten bei 642.531 Personen. Das waren 20.880 weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis August 2026 gingen in der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie durchschnittlich etwa 1.900 Arbeitsplätze pro Monat verloren (rechnerisch: 1.882). Seit dem Höchststand im September 2019 sind bis August 2026 in NRW insgesamt 88.159 M+E-Arbeitsplätze weggefallen. Das entspricht rechnerisch entgangenen Lohnsteuern und Sozialbeiträgen von etwa 3,5 Milliarden Euro pro Jahr (Thema IV).

 

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