M+E-Zeitung: Jetzt handeln!

Die aktuelle NRW-Ausgabe der M+E-Zeitung zeigt auf, wie der Standort Deutschland wieder nach vorne kommen kann.

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Die M+E-Zeitung ist das Sprachrohr der Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie. Sie richtet sich vor allem an die Beschäftigten in den Unternehmen. In der aktuellen Ausgabe für NRW äußern sich u.a. fünf Unternehmer aus NRW zu ihren Herausforderungen und erläutern, was sich in Deutschland ändern muss.

Hier geht's zur aktuellen Sonderausgabe der M+E-Zeitung 02/2023.

 

Interview mit METALL NRW-Präsident Arndt G. Kirchhoff

„Standortbedingungen müssen sich ändern“

Herr Kirchhoff, gerade die Industrieunternehmen sind unzufrieden mit dem Zustand des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Welche Folgen hat das?
Wir müssen uns klarmachen, dass wir nicht nur ein konjunkturelles Problem, sondern auch ein gravierendes Problem in unserer strukturellen Wettbewerbsfähigkeit haben. Davon ist branchenübergreifend vor allem die Industrie betroffen, die in den letzten Jahrzehnten Basis für Erfolg und Wohlstand in unserem Land war. Jedes Unternehmen steht jetzt vor der großen Herausforderung der Transformation. Und da ist die große Frage: An welchen Standorten werden die Investitionen durchgeführt? Damit das bei uns geschieht, müssen sich viele Bedingungen grundlegend ändern

Was wäre denn jetzt vordringlich?
Wir brauchen wettbewerbsfähige Strompreise bis in den energieintensiven Mittelstand hinein, sonst sind unsere Wertschöpfungsketten insbesondere in NRW massiv gefährdet. Bei den Energiekosten ist der Standort Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Politik hat das über Atom- und Kohlestrom oder verweigertes Fracking so entschieden. Dann kann ich nur sagen: Politik, bring uns da mal wieder raus.

Sie fordern immer wieder „mehr Tempo“, wo müssen denn die Bremsen gelockert werden?
Die Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern bei uns für größere Vorhaben zehn Jahre. Bis 2030 wollen wir aber aus der Kohle raus, das sind noch sechs Jahre. Da kann man rückwärts rechnen, wie viele Gaskraftwerke wir bauen müssen, um das zu erreichen. Die Kraftwerke sind aber noch nicht einmal geplant, geschweige denn genehmigt.

Haben Sie noch weitere Forderungen?
Ganz klar: Bürokratieabbau! In allen Koalitionsverträgen steht, dass eine neue Vorschrift nur dann möglich sein soll, wenn stattdessen eine alte rausgenommen wird. Aber gemacht wird es nicht. Da müssen Behördenleiter sagen: Ihr habt hier zwei neue Gesetze, wo sind die zwei, die dafür wegfallen?

 

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