„Unsere Industrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Deshalb ist die Tarifrunde 2026 auch keine Tarifrunde wie viele andere zuvor“, sagte Kirchhoff. Die De-Industrialisierung in nahezu allen M+E-Branchen des Landes sei in vollem Gang. Seit dem Jahr 2018 seien die Produktion um 27 Prozent und die Beschäftigung um zehn Prozent eingebrochen. Der Personalabbau drohe sich mit erhöhtem Tempo fortzusetzen. Mittlerweile verliere der größte Industriezweig des Landes Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze. „Ein beträchtlicher Kostenfaktor für unsere Unternehmen ist der hohe Lohnkostenanteil am Umsatz mit im Mittel 20 bis 30 Prozent je nach Betrieb und Branche. Die hohen Arbeitskosten sind eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Als Tarifvertragsparteien stehen wir jetzt in der Verantwortung, unseren Teil zur Senkung des erheblichen Kostendrucks in unseren Unternehmen beizutragen“, sagte Kirchhoff.
Die anstehende Tarifrunde werde nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten auch für die Akzeptanz und damit für die Zukunft des Flächentarifs eine sehr entscheidende. Dessen müsse sich auch die IG Metall bewusst werden. „Unsere Mitgliedsunternehmen blicken sehr angespannt auf die Tarifverhandlungen“, betonte er. Sie erwarteten einen Abschluss, der die richtigen tarifpolitischen Antworten auf die großen Herausforderungen dieser strukturellen Industriekrise biete. „Gemeinsames Ziel von Gewerkschaften und Arbeitgebern muss eine Re-Industrialisierung unseres Landes und der Stopp des Abbaus von Arbeitsplätzen sein“, erklärte Kirchhoff.
