Erste Verhandlung der M+E-Tarifrunde 2026 in NRW

Kostendruck für die Unternehmen ist mittlerweile extrem

 

/ Tarifrunde 2026

Präsident Kirchhoff: „M+E-Entgelte von im Schnitt 65.000 Euro auf den Weltmärkten kaum noch zu verdienen“

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die IG Metall davor gewarnt, angesichts der seit Jahrzehnten schwersten Strukturkrise der deutschen Metall- und Elektroindustrie eine Tarifrunde nach einem Fahrplan „Business as usual“ durchführen zu wollen. „Unsere Unternehmen stehen unter einem extremen Kostendruck – und die Höhe der Arbeitskosten spielt hier eine entscheidende Rolle“, sagte der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, am Mittwoch bei der 1. Tarifverhandlung für die rund 640.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs in Düsseldorf. In den mittelständischen Familienunternehmen, die die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen prägten, läge der Personalkosten-Anteil bei rund 50 Prozent der Einkaufskosten. Die Höhe der Arbeitskosten an deutschen Standorten sei für die Unternehmen der Hauptgrund für die anhaltende Investitionsschwäche. „Im Schnitt werden in der NRW-Metall- und Elektroindustrie inzwischen 65.000 Euro verdient. Diese Engelte sind auf den Weltmärkten mittlerweile kaum noch zu erzielen“, betonte Kirchhoff. Vor diesem Hintergrund sei die 5-Prozent-Forderung der IG Metall „schlicht wirklichkeitsfremd“ und verstärke nur die Verlagerung von Investitionen und Arbeitsplätzen ins Ausland. Die Unternehmen benötigten jetzt spürbare tarifpolitische Lösungen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. 

Nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten habe sich  der Industriestandort Deutschland inzwischen von den Wachstumspfaden der Weltwirtschaft völlig abgekoppelt. Dies sei umso beunruhigender, als dass andere Länder auch in Europa die massiven weltwirtschaftlichen Verwerfungen durch Konflikte, Zölle und Subventionen besser bewältigen würden. „Die Wirtschaftsleistung etwa in Polen ist in den letzten sieben Jahren um 22 Prozent gewachsen, in Deutschland aber nur um magere 2 Prozent“, erklärte Kirchhoff. Deutschland müsse endlich seine wirtschafts- und sozialpolitischen Hausaufgaben machen, um eine Trendwende zu ermöglichen. Die IG Metall müsse endlich verstehen, dass in diesem Zusammenhang auch die hohen Kosten des Faktors Arbeit von enormer Bedeutung seien. „Wenn die Gewerkschaft will, dass unsere Unternehmen wieder am Standort Deutschland investieren, dann geht das nur mit einer Stärkung der Kosten-Wettbewerbsfähigkeit. Hier kann diese Tarifrunde einen wichtigen Beitrag leisten.“

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