Brauchen jetzt auch ein tarifpolitisches Signal

Die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie befindet sich nach wie vor in einer dramatisch schlechten Wirtschaftslage. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter den Unternehmen dieses Industriezweigs, an der sich 350 verbandsgebundene Betriebe in NRW beteiligt hatten.

/ Tarifrunde 2026

Danach bewerten fast 44 Prozent dieser Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, nur noch 17 Prozent als gut. Für die nächsten sechs Monate erwarten 22 Prozent eine weitere Verschlechterung und 45 Prozent einen weiteren Beschäftigungsrückgang. Nur zehn Prozent rechnen mit einer Verbesserung ihrer Lage, lediglich gut sieben Prozent mit einem Beschäftigungszuwachs. „Die Umfrage ist ein weiterer Beleg für das Ausmaß der fortschreitenden Deindustrialisierung in unserem Land“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Johannes Pöttering, am Freitag in Düsseldorf. Ursache dieser fatalen Entwicklung seien neben massiven Verwerfungen auf den globalen Märkten insbesondere gravierende hausgemachte Wettbewerbsnachteile. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und massiv gestiegene Arbeitskosten hätten deutsche Standorte ins Hintertreffen gebracht. Mit Blick auf die laufende Tarifrunde in Deutschlands größtem Industriezweig betonte Pöttering, „unsere Unternehmen brauchen jetzt auch ein klares tarifpolitisches Signal, das sie wieder mehr Vertrauen in den Standort Deutschland schöpfen lässt“.

Als „besonders besorgniserregend“ bezeichnete Pöttering die Meldung, nach der 40 Prozent der Unternehmen in den kommenden drei bis fünf Jahren hierzulande mit einer Schrumpfung oder gar Schließung ihrer Standorte rechneten. Mehr als die Hälfte der Betriebe berichteten von einem sinkenden Ordervolumen bei Neuaufträgen. Eingehende Aufträge würden sich bei knapp zwei Dritteln der Betriebe nicht in der Produktion am heimischen Standort niederschlagen. Knapp die Hälfte der betroffenen Betriebe würde die eingehenden Aufträge an Standorten jenseits der Grenzen erledigen. All dies seien eindeutige Hinweise darauf, dass sich Produktion angesichts des extremen Kostendrucks an den heimischen Standorten immer weniger lohne. „Die Unternehmen müssen hierzulande Kostenstrukturen realisieren können, die im internationalen Standort-Wettbewerb konkurrenzfähig sind. Die Personalkosten sind hier ein ganz wichtiger Hebel“, erklärte Pöttering.

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