Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen zur wirtschaftlichen Lage in der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie.

Im Jahr 2019 generierte die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen einen Gesamtumsatz von rund 180 Milliarden Euro. Rund 731.000 Menschen waren in den Betrieben der M+E-Industrie mit mehr als 20 Beschäftigten tätig.

Metall im Trend - 2. Quartal und 1. Halbjahr 2019

Produktionsleistung war auch im zweiten Quartal 2019 rückläufig

|   M+E-Konjunktur

Produktion

Im zweiten Quartal 2019 konnte die nordrhein-westfälische M+E-Industrie das Produktionsniveau aus dem Vorquartal nicht halten. Das Produktionsniveau sank gegenüber dem Vorquartal um 1,0 Prozent (saison- und arbeitstäglich bereinigt), die Abwärtstendenz setzte sich damit weiter fort. Im Verhältnis zum Vorjahresquartal lag das Produktionsniveau um 1,8 Prozent niedriger. In Summe der ersten sechs Monate 2019 beträgt das Minus der Produktionsleistung 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der Maschinenbau konnte dank eines soliden zweiten Quartals (+2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal) ein positives Halbjahresergebnis erreichen und legte um 0,5 Prozent zu. Die Hersteller von Metallerzeugnissen wiesen im ersten Halbjahr insgesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent aus, die Untergruppe Gießereien stachen positiv hervor und legten um 4,8 Prozent zu. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verharrten auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals, sodass im ersten Halbjahr 2019 ein Minus um 6,3 Prozent zu verzeichnen war.  

Auftragseingänge
Der Blick auf die Auftragseingänge deutet auf keine baldige Kehrtwende der Produktionsentwicklung hin.  Im Vergleich zum Vorquartal sank die Nachfrage um 7,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Rückgang bei 7,5 Prozent. Dabei ging die Auslandsnachfrage um 2,8 Prozent zurück, die inländische Nachfrage sank um 12,5 Prozent. Da die Inlandsnachfrage in der Vergangenheit keinen großen Schwankungen ausgesetzt war und als Stabilitätsanker diente, ist die Entwicklung am aktuellen Rand mit Sorge zu sehen, die sich bei einem weiteren Nachfragerückgang in den kommenden Monaten verstärken könnte.
Lediglich der Sonstige Fahrzeugbau – der aufgrund von Großaufträgen starken Schwankungen unterliegt – weitete sein Auftragsvolumen aus; alle anderen Branchen verloren teils deutlich. Die Gießereien verbuchten ein um 18,0 Prozent niedrigeres Auftragsvolumen als im Vorjahr, die Hersteller von Metallerzeugnissen (-8,5 Prozent), der Maschinenbau (-6,2 Prozent) sowie die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-5,2 Prozent) meldeten ebenso sinkende Aufträge. Neben den Auftragseingängen deuten auch weitere Frühindikatoren nicht darauf hin, dass die Talsohle der aktuellen konjunkturellen Schwäche bereits erreicht wurde. So stieg laut ifo Befragung zuletzt der Auftragsmangel zum bestimmenden Produktionshindernis der M+E-Betriebe an.

Umsatz
Der Gesamtumsatz der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie sank im zweiten Quartal 2019, im Vergleich zum Vorquartal, um 1,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die Umsätze um 4,2 Prozent. Während das Inlandsgeschäft um 3,3 Prozent rückläufig war, verlor das Auslandsgeschäft etwas stärker um 5,1 Prozent. Deutlich negativ entwickelten sich die Auslandsumsätze der Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-13,6 Prozent) sowie dem Sonstigen Fahrzeugbau (-45,3 Prozent). Die Hersteller von DV-Geräten (+2,0 Prozent) sowie der Maschinenbau (+0,4 Prozent) konnten ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr hingegen ausweiten.

Beschäftigung
Im Schnitt des zweiten Quartals 2019 waren 726.199 Personen in der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete das ein Anstieg um 1,7 Prozent oder 12.268 Beschäftigten.  Im Vorjahresvergleich bauten alle Branchen der M+E-Industrie Beschäftigung auf. Der Maschinenbau – die nach Beschäftigten bedeutendste M+E-Branche – baute binnen eines Jahres 1.629 oder 0,8 Prozent mehr Arbeitsplätze auf. Gegenüber dem Vorquartal stagnierte die M+E-weite Beschäftigungsentwicklung. Keiner der vorliegenden Frühindikatoren deutet auf eine wiederkehrende Dynamik in den kommenden Monaten hin, der 24 Monate währende Beschäftigungsaufbau dürfte damit ausgelaufen sein.

Quelle: IT.NRW; eigene Berechnungen.