Tressin: „IG Metall Forderungsempfehlung von fünf bis sechs Prozent ist ein Wintermärchen“

Forderung spricht gegen alle Daten, Fakten und Zahlen

Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V.

28.02.2013  „Die IG Metall Forderungsempfehlung von fünf bis sechs Prozent ist ein Wintermärchen, weil sie gegen alle Daten, Fakten und Zahlen spricht“, so der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin. So ist die derzeitige Kapazitätsauslastung mit aktuell knapp über 80 Prozent völlig unbefriedigend. Gleiches gilt für die Auftragspolster, die bereits 2012 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück gegangen waren. Die Situation verschärft sich vor allem für unsere Zulieferer der Automobilindustrie, weil manche in Südeuropa gefangen sind und deshalb vor großen Problemen stehen. Gleichzeitig geht die Produktivität zurück, die aktuell noch gute Beschäftigung wird also mit steigenden Lohnstückkosten erkauft. Unsere Unternehmen verlieren immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit, weil bei den Wettbewerbern gleichzeitig die Lohnstückkosten gefallen sind, die anderen holen also auf.


Allein im letzten Jahr hatten wir mit 4,3 Prozent die höchste Lohnsteigerung in der Metall- und Elektroindustrie seit 20 Jahren, hinzu kamen die teuren Branchenzuschläge der Zeitarbeitsbranche, die ebenso von unseren Unternehmen zu verkraften sind. Die IG Metall liegt damit mit ihrer Forderung weit weg von der Realität. Es gelte deshalb in dieser Tarifrunde die richtige Balance zwischen fairem Grundentgelt, Wettbewerbsfähigkeit und einer Verbesserung der Investitions- und Kreditrahmenbedingungen zu finden.

Die Tarifpolitik muss nach alledem alles tun, um Arbeitsplätze zu sichern und darf keinesfalls die Beschäftigung durch zusätzlichen Kostendruck belasten. Es ist eine Binsenweisheit: Sichere Arbeitsplätze sind die nachhaltige Basis für Konsumausgaben. Überzogene Lohnerhöhungen kosten Arbeitsplätze. Es darf nach alledem nicht darum gehen, ausschließlich den immer kleiner werdenden Kuchen zu verteilen, sondern vor allem darum, ihn größer zu machen.