METALL NRW: Forderungs-Empfehlung der IG Metall „viel zu hoch“

Präsident Maier-Hunke: „Kaum wachsen und viel verteilen passt nicht zusammen“


27.02.2013 Als „viel zu hoch“ haben die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber die Empfehlung der Großen Tarifkommission der IG Metall NRW kritisiert, in der Tarifrunde 2013 Einkommensverbesserungen von 5 bis 6 Prozent zu fordern. Der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Horst-Werner Maier-Hunke, erklärte am Mittwoch in Düsseldorf, eine stagnierende Produktion, zunehmend unterausgelastete Kapazitäten und eine unsichere Auftragslage ließen für die Unternehmen dieses Industriezweiges in 2013 „eher Stillstand denn Wachstum“ erwarten. „Stagnation einerseits und 5 bis 6 Prozent mehr Geld andererseits – das passt nicht zusammen“, sagte Maier-Hunke.

Die Tarifrunde 2013 müsse vor allem für verlässliche und faire Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte sorgen, betonte der Präsident. Die Zeiten seien nach wie vor unruhig. Die europäische Wirtschaftskrise sei längst nicht überwunden. Immer kürzere Konjunkturzyklen und immer heftigere Ausschläge führten zu einer extrem unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation in den Unternehmen. Dem müsse die Tarifpolitik Rechnung tragen und dürfe die Betriebe nicht überlasten. „Obwohl die IG Metall die Heterogenität in unserer Branche ausdrücklich anerkennt, überfordert sie mit einer so hohen Forderung unsere Unternehmen“, erklärte Maier-Hunke.

Die Betriebe hätten in der Krise 2008 mit einer beschäftigungsfreundlichen Personalpolitik und mit dem Abschluss 2012 – mit 4,3 Prozent das höchste Plus seit 20 Jahren – die Binnenkaufkraft enorm erhöht. Zudem habe die M+E-Industrie an Rhein und Ruhr in den letzten drei Jahren rund 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, die mit einem Anstieg der Brutto-Entgeltsumme von mehr als 2,4 Milliarden Euro einhergingen. „Alles zusammengenommen haben die Unternehmen in den letzten Jahren einen gewaltigen Kraftakt hingelegt“, sagte Maier-Hunke. Angesichts der erheblichen Bremsspuren auf den internationalen Märkten sei es jetzt an der Zeit für eine spürbare Verschnaufpause bei der Lohnentwicklung.