Metall-Tarifrunde Nordrhein-Westfalen

Präsident Jäger: Tarifergebnis gerade noch tragbar - Mehr Betriebsnähe durch flexible Einmalzahlung

22.04.2006 Nach insgesamt 23-stündigen Verhandlungen haben sich die Tarifparteien der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie am Samstagabend in Düsseldorf auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Danach steigen die Tarifentgelte der rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweiges ab 1. Juni 2006 um rund drei Prozent. Für die Monate März, April und Mai wird ein Einmalbetrag in Höhe von 310 Euro gezahlt.

Diese Einmalzahlung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung entsprechend der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens verschoben, auf Null reduziert oder auf das Doppelte erhöht werden. Kommt es zu keiner Betriebsvereinbarung, ist der Einmalbetrag in Höhe von 310 Euro auszuzahlen. Eine Erhöhung ist ausgeschlossen, wenn es im Betrieb eine Regelung über eine Jahresabschlussvergütung, Gratifikationen, Jahresprämien, Ergebnisbeteiligungen, Weihnachtsgeld oder sonstige übertarifliche Leistungen gibt.

Dieser Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2007.

Außerdem einigten sich Arbeitgeber und IG Metall auf Tarifverträge zur Qualifizierung und der Umwidmung der Vermögenswirksamen Leistungen in einen Rentenbaustein.

Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Michael Jäger, bezeichnete den Tarifvertrag „als gerade noch tragbar“. Der materielle Teil liege deutlich unter der Forderung der IG Metall, aber auch am oberen Rand dessen, was beschäftigungspolitisch vertretbar sei. Außerdem sei es gelungen, ohne Eskalation zu einer Lösung des Tarifstreites zu kommen.

Mit der flexibel gestaltbaren Einmalzahlung werde ein neues Element in die Tarifpolitik eingeführt. Es schaffe mehr Betriebsnähe und erlaube Unternehmen und Mitarbeitern ohne fremde Mitwirkung auf konjunkturelle Schwankungen zu reagieren.

Als wichtiges gesellschaftspolitisches Zeichen wertete Jäger den vereinbarten Rentenbaustein. Dieser sei „als zusätzliche Alterssicherung sehr wichtig für die Mitarbeiter“.