Metallarbeitgeber NRW: Lange Laufzeit ein Gewinn

Präsident Maier-Hunke: Tarifabschluss nur durch außerordentlich gute Konjunktur gerechtfertigt

08.05.2007 Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie haben mit der Vereinbarung von Sindelfingen für das Jahr 2007 einen hohen Tarifabschluss zu verkraften. Dieser ist nach Einschätzung des Präsidenten des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner Maier-Hunke, nur durch die außerordentlich gute konjunkturelle Lage gerechtfertigt. Bei der fünften Tarifverhandlung und Übernahme des Tarifkompromisses für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweiges bedauerte Maier-Hunke in Düsseldorf, dass für diese Stufe des Tarifvertrages eine Differenzierung nicht durchsetzbar gewesen sei.

Als Gewinn für die Unternehmen wertete der Arbeitgeberpräsident die Laufzeit des Tarifvertrages von 19 Monaten. Sie schaffe Planungs- und Kalkulationssicherheit. Positiv sei auch die Abwehr eines möglichen Arbeitskampfes gewesen - verbunden mit einem relativ schnellen Tarifabschluss kurz nach Ablauf der Friedenspflicht.

Für das Jahr 2008 biete die zweite Stufe des Tarifvertrages den Unternehmen die Möglichkeit, auf betrieblicher Ebene die Tariferhöhung zu verschieben. Das ist eine neue Form der Differenzierung. Die Einführung eines Konjunkturbonus, der nach Ablauf des Vertrages entfällt, ist eine weitere Verbesserung. „Diese fortschrittlichen Tarifelemente für 2008 hatten im laufenden Jahr ihren Preis“, sagte Maier-Hunke.

Die Bestandteile des Tarifabschlusses im Einzelnen:

  • Laufzeit insgesamt 19 Monate:
    vom 1. April 2007 bis zum 31. Oktober 2008
  • Erhöhung der Tabellenentgelte in 2 Stufen:
    1. Stufe: 4,1 Prozent ab 1. Juni 2007 bis zum 31. Mai 2008
    2. Stufe: 1,7 Prozent ab 1. Juni 2008 bis zum 31. Oktober 2008
  • In der zweiten Stufe zahlen die Arbeitgeber einen Konjunkturbonus
    in Höhe von 0,7 Prozent.
  • Für die Monate April und Mai 2007 wird eine Pauschale von insgesamt
    400 Euro gezahlt.
  • Der Tarifvertrag enthält eine Öffnungsklausel: Die Betriebsparteien können die zweite Stufe (Tariferhöhung + Konjunkturbonus) um bis zu 4 Monate verschieben.