Tarifvertrag „Zukunft in Bildung“ abgeschlossen

Übernommene Ausgebildete können angesparte Arbeitszeit für Weiterbildung nutzen

06.07.2010 Der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) hat gemeinsam mit der IG Metall NRW den Tarifvertrag „Zukunft in Bildung“ abgeschlossen. Dies war bereits in einer Verhandlungsverpflichtung im Rahmen des M+E Pilotabschlusses vom 18. Februar 2010 so vereinbart worden. Der neue TV ZIB gibt Ausgebildeten ab dem 1. August 2010 die Möglichkeit Arbeit und Qualifikation zu verbinden, indem zwei Jahre lang Einkommen angespart und im dritten Jahr eine Bildungsmaßnahme absolviert wird. Die Vereinbarung ist für beide Seiten freiwillig und gilt nur für Auszubildende, die nach der Ausbildung für mindestens zwölf Monate vom Arbeitgeber übernommen werden.

Die Einzelheiten des Tarifvertrags:

  • Noch während der Ausbildung muss ein interessierter Azubi seinem Arbeitgeber mitteilen, dass er in der Übernahmephase nur Zweidrittel seines laufenden Vollzeitarbeitsentgelts ausbezahlt haben möchte und den Rest als Einmalzahlung, um so die bezahlte Freistellung für eine Bildungsmaßnahme vorzubereiten.
  • Nach elf Monaten steht erst die Entscheidung an: der Arbeitgeber und der übernommene Ausgebildete können einvernehmlich und freiwillig vereinbaren, dass das zunächst auf ein Jahr befristete Arbeitsverhältnis um weitere zwei Jahre verlängert wird, zum Zwecke der Teilnahme an einer beruflichen Bildungsmaßnahme. In diesem Fall werden die Vergütung (Zweidrittel) und die tatsächliche Arbeitszeit (Vollzeit) beibehalten. So entsteht – unter Einbeziehung der Einmalzahlung aus der Übernahmephase - ein Wertguthaben mit dem die einjährige Bildungsphase finanziert wird.
  • Im Falle der freiwilligen Vereinbarung dieser Bildungsteilzeit hat der Beschäftigte bis Ende des zweiten Jahres den Nachweis zu erbringen, dass er sich für eine mindestens sechsmonatige und maximal zwölfmonatige Bildungsmaßnahme angemeldet hat. Macht er dies nicht, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des zweiten Jahres und das Wertguthaben wird ausgezahlt. Wird der Nachweis über die Bildungsmaßnahme erbracht, beginnt die Freistellung für die berufliche Bildung im dritten Jahr: Der Beschäftige bekommt sein angespartes Wertguthaben in dieser Zeit ratierlich ausgezahlt.
  • Nach erfolgreichem Abschluss der Bildungsmaßnahme hat der Beschäftigte Anspruch auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für bis zu 12 Monate, maximal aber bis zum Ende eines 48-monatigen Gesamtzeitraums.

Das folgende Schaubild zeigt den Mechanismus:

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