M+E-Industrie in NRW vorsichtig optimistisch für 2012

Maier-Hunke: "Vermehrte Skepsis Ausdruck der unsicheren Entwicklung in 2012"

06.01.2012 Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie gehen „verhalten zuversichtlich“ in das Jahr 2012. Dies ist das Ergebnis einer in Düsseldorf veröffentlichten aktuellen Konjunkturumfrage (unter 629 Betrieben mit fast 200.000 Beschäftigten) des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen. Zwar wird die gegenwärtige Geschäftslage noch positiv beurteilt, die Perspektiven für die nächsten sechs Monate werden indes deutlich zurückhaltender bewertet.

Danach erwarten in den kommenden sechs Monaten nur noch 14 Prozent der befragten Unternehmen bessere Geschäfte, zum Jahreswechsel 2010/2011 lag die Quote mit fast 27 Prozent noch nahezu doppelt so hoch. Gleichbleibend gute Geschäfte prognostiziert mit 47 Prozent immerhin noch fast die Hälfte der Unternehmen, vor einem Jahr lag der Anteil bei 56 Prozent. Allerdings hat das Lager der Pessimisten deutlich zugelegt: Rund 39 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibend schlechten oder schlechteren Geschäftsentwicklung, vor Jahresfrist waren es lediglich 18 Prozent der Betriebe.

Als „noch robust“ erweist sich die aktuelle Wirtschaftslage: 34 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut und 54 Prozent als befriedigend. Lediglich 12 Prozent stufen ihre aktuelle Lage als schlecht ein.

Fast 61 Prozent der Betriebe rechnen mit einer gleichbleibend guten oder besseren Inlandsnachfrage für das erste Halbjahr 2012, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei fast 80 Prozent. Rund 58 Prozent erwarten gute oder verbesserte Ordereingänge aus dem Ausland, auch hier lag der Vergleichswert vor einem Jahr mit 82 Prozent deutlich höher.

In erfreulich stabiler Verfassung zeigt sich die Beschäftigungsentwicklung. Etwa 66 Prozent der Unternehmen wollen ihre Belegschaft in den nächsten sechs Monaten halten, 29 Prozent planen sogar Neueinstellungen. Fünf Prozent rechnen im 1. Halbjahr mit Entlassungen. Nur noch knapp fünf Prozent planen im nächsten Halbjahr Kurzarbeit, Mehrarbeit fällt bei etwa 11 Prozent der Betriebe an.

Die große Mehrheit der Betriebe – etwa 69 Prozent – wird ihr ohnehin hohes Ausbildungsniveau beibehalten, die Zahl der Ausbildungsplätze wird sich bei 23 Prozent der Unternehmen sogar erhöhen.

„Die zunehmende Skepsis der Unternehmen ist Ausdruck der unsicheren Entwicklung im Neuen Jahr“, sagte der Präsident der nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeberverbände, Horst-Werner Maier-Hunke. Er rechne für 2012 nicht mit einem Konjunktureinbruch, allerdings drückten die ungelöste Schuldenkrise und die nachlassende Weltkonjunktur spürbar auf die Stimmung. Trotz der nach wie vor robusten Verfassung des wichtigsten Industriezweiges für Nordrhein-Westfalen blieben die Aussichten unübersichtlich. Die Schwankungen auf den Märkten erfolgten in immer kürzeren Abständen und mit immer heftigeren Ausschlägen. „Dieser ungewissen Entwicklung wird auch die Tarifpolitik Rechnung tragen müssen“, erklärte Maier-Hunke.