Metallarbeitgeber: Unverständnis für Aktionstag der IG

Hauptgeschäftsführer Dr. Mallmann: „Metall- und Elektroindustrie ist Vollzeit-Branche“

05.10.2012 Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben den Aktionstag der IG Metall NRW für sichere Beschäftigung als „nicht nachvollziehbar“ kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie, Dr. Luitwin Mallmann, sagte am Freitag in Düsseldorf, die Gewerkschaft zeichne wider besseres Wissen ein völlig verzerrtes Bild von den Arbeitsbedingungen in Deutschlands bedeutendstem Industriezweig. Neun von zehn Arbeitsplätze seien unbefristete Vollzeitstellen. Etwa 84 Prozent der befristeten Neueinstellungen würden in unbefristete Verträge umgewandelt. Inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld verdiene ein M+E-Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen aktuell durchschnittlich rund 44.000 Euro im Jahr. Selbst nach Abzug der Preissteigerungen seien die Einkommen der M+E-Beschäftigten seit 1990 um 20 Prozent gestiegen. „Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum die IG Metall ausgerechnet für unsere Hochlohn- und Vollzeit-Branche weiterhin das Prekariat ausruft“, erklärte Mallmann.

Die von der Gewerkschaft als prekär bezeichneten Zeitarbeits- und Werkvertrags-Arbeitsverhältnisse bezeichnete Mallmann als „unabdingbar“ für die Flexibilitäts-Anforderungen der Unternehmen. Er forderte die IG Metall auf, die betriebliche Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen. Danach habe die deutsche M+E-Industrie im letzten Aufschwung rund 234.000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig nur 85.000 zusätzliche Zeitarbeitsplätze benötigt. Damit ergänze Zeitarbeit die Stammbelegschaften und ersetze sie nicht. Werkverträge seien aus dem Alltag der Betriebe nicht wegzudenken. Die Automobilzuliefererbranche etwa sei weitgehend über Werkverträge in den Wertschöpfungsprozess eingebunden. Anders sei die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit gerade dieses Industriezweigs gar nicht möglich. Wer Werkverträge abschaffen wolle, stelle das funktionierende System der Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft grundsätzlich in Frage. „Das gilt auch für Haare schneiden, Auto reparieren, Rasen mähen oder Wohnzimmer anstreichen – alles typische Beispiele für Werkverträge. Das kann die IG Metall nicht ernsthaft wollen“, betonte Mallmann.