Verbesserte Ausbildungschancen für Jugendliche in NRW

Förderung von Ausbildungsfähigkeit in der Metall- und Elektroindustrie tarifvertraglich vereinbart

03.04.2008 Mit dem erstmals geschlossenen „Tarifvertrag zur Förderung von Ausbildungsfähigkeit“ eröffnen die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. April 2008 einen neuen freiwilligen Weg zur Berufsausbildung in der Metall- und Elektroindustrie. Dies teilten der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner Maier-Hunke sowie der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Oliver Burkhard, in Düsseldorf mit.

Schulabgänger und Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag erhalten die Möglichkeit einer einjährigen Förderung vor einer Ausbildung in Metall- und Elektroberufen. Die Fähigkeit der Jugendlichen zur Ausbildung wird durch aktive Mitarbeit und Integration in den Betrieb verbessert. Sie können Praxiserfahrungen und notwendige Schlüsselqualifikationen erwerben, um anschließend die Anforderungen einer Berufsausbildung zu erfüllen.
Die Berufskollegs begleiten die Förderphase mit einem speziellen Bildungsgang, um schulische Defizite abzubauen und soziale Kompetenzen zu stärken.

Nach erfolgreicher Förderphase schließt sich die Ausbildung im Betrieb an. Die Entscheidung, ob die Förderphase erfolgreich war, treffen Arbeitgeber und Betriebsrat gemeinsam.

Vorteil für die Unternehmen: Sie können die Potentiale sowie die Leistungs- und Lernbereitschaft der Jugendlichen über einen längeren Zeitraum kennen lernen und aktiv fördern.
Vorteile für die Jugendlichen: Sie werden gezielt unterstützt und erhalten so einen Einstieg in die Ausbildung sowie in die praktische Arbeit im Berufsfeld.

In der Förderphase wird ein Entgelt gezahlt, welches sich an der Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr orientiert.

Oliver Burkhard, IG Metall Bezirksleiter NRW: "Die Tarifvertragsparteien - IG Metall und Metall NRW - haben bewiesen: Alle reden über die Notwendigkeit einer guten Ausbildung, wir handeln!
Mit dem neuen Tarifvertrag zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit haben wir gemeinsam ein neues Instrument geschaffen, von dem alle profitieren: Die Jugendlichen und die Unternehmen."

Präsident Horst-Werner Maier-Hunke sieht in dem Tarifvertrag „unser gemeinsames Angebot für Schulabgänger, denen noch schulische Kenntnisse oder Schlüsselqualifikationen fehlen, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nun haben sie die Chance, sich durch den produktiven Einsatz im Betrieb wichtige Grundlagen einer anschließenden Ausbildung zu erarbeiten.“
„Unsere gesellschaftspolitische Verantwortung, der prognostizierte Fachkräftemangel und viele nicht vermittelbare Jugendliche sind Grund genug, dass die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie ein Angebot für die Nachwuchssicherung schafft“, betonte Maier-Hunke.

Anders als bei bisher bestehenden Maßnahmen biete der neue Tarifvertrag ein zusätzliches Instrument, das unabhängig von öffentlicher Förderung, direkt in der betrieblichen Praxis umgesetzt wird.

Burkhard und Maier-Hunke appellieren an alle Akteure aus Unternehmen, Betriebsräten, Verbänden, Arbeitsagenturen, Schulen und Berufskollegs um Unterstützung bei diesem Weg: „Wir rufen sie auf, die neu geschaffenen Möglichkeiten zu nutzen - im Sinne der Jugendlichen und der Unternehmen.“

„Dieser neue Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie beweist, dass die Sozialpartnerschaft in Nordrhein-Westfalen funktioniert“, sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

„IG Metall und Arbeitgeber reagieren bereits heute auf einen drohenden Fachkräftemangel und handeln, indem sie jungen Menschen, die es ansonsten sehr schwer auf dem Ausbildungsmarkt gehabt hätten, eine Chance auf eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie geben. Der Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie ist ein zusätzliches Instrument, das unabhängig von öffentlicher Förderung, direkt in der betrieblichen Praxis umgesetzt wird.“

Des Weiteren trage der Tarifvertrag dazu bei, dem großen Altbewerberproblem auf dem Ausbildungsmarkt präventiv entgegen zu wirken. „Die frühzeitige Integration der Jugendlichen in die Arbeitswelt ist entscheidend. Ich freue mich, dass auf diesem Weg viele junge Menschen beim Übergang von der Schule in die Berufswelt nicht in einer unnötigen Warteschleife landen“, so Laumann.